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Merrill Lynch: weniger Dollar-Millionäre in Russland

Die Anzahl der russischen Dollar-Millionäre sei 2008 um 28,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, also von 135 700 auf 97 100 Menschen gesunken, heißt es im Bericht von Merrill Lynch Global Wealth Management und Consulting-Firma Capgemini. 

Merrill Lynch: weniger Dollar-Millionäre in Russland

Insgesamt sei die Anzahl der Millionäre auf der Welt im Jahre 2008 um 14,9 Prozent auf 8,6 Millionen Menschen und dabei das Gesamtskapital um 19,5 Prozent auf 32,8 Billionen Dollar zurückgegangen, teilt Interfax mit.

Wie die Studie zeigte, veränderte die Krise die Bevorzugungen der Millionäre sowohl auf der Welt, als auch in Russland. Die Reichen geben mehr Geld für Gesundheit sowie Kunstgegenstände und Juwelen aus.

Die Finanzkrise und wirtschaftliche Instabilität beschränkten die "emotionellen" Investitionen der reichen Menschen und deren Ausgaben für die Erhaltung der gewöhnlichen Lebensweise. Die Hersteller von Luxusartikeln, Versteigerungshäuser und -firmen, die die Dienstleistungen der höchsten Preiskategorie anbieten, stellen den bedeutenden Nachfragerückgang in allen Regionen der Welt fest.

Unter anderem hörten die Millionäre nicht auf, das Geld in Kunstgegenstände und Schmucksachen zu investieren. Die Nachfrage danach wurde im Vergleich zur Vorkrisenperiode sogar vergrößert. Diese Investitionen seien ein Teil der gemeinsamen Tendenz zu den langfristigen Anlagen in sichere Aktiva, heißt es im Bericht.

Außerdem reduzierten die reichen Leute auf der ganzen Welt im Jahre 2008 ihre Anlagen in Aktien und vergrößerten den Anteil der Investitionen in sicherere und einfachere Instrumente – Papiere mit der fixierten Rentabilität, Geldmittel und Liquidaktiva. Unter anderem kauften sie Immobilien etwas intensiver an.

"Die reichen Menschen sehen keinen "stillen Hafen" um sich herum und bevorzugen deshalb in Zukunft hauptsächlich mit Bargeld zu investieren. Dies lässt sie je nach dem Wiederaufstieg der Märkte die Investitionsstrategien verändern und das Geld in neue Möglichkeiten des weiteren Wachstums anlegen", bemerkte Jean-Marie Deluermoz, Chef der Struktureinheit für die Arbeit auf den Entwicklungsmärkten in Europa der internationalen Abteilung für Kontrolle über Privatkunden-Aktiva von Merrill Lynch. Laut Studie-Ergebnissen stiegen wegen der Krise die Ausgaben der reichen Menschen für Gesundheitsfürsorge und gesicherten Wohlstand. Gleichzeitig ließen wirtschaftliche Probleme die Ausgaben für exklusive und exotische VIP-Reisen ändern.

Laut Bericht blieb der Umfang der Wohltätigkeitsspenden von den Reichen in erster Hälfte 2008 fast unverändert. Im vierten Vierteljahr wurde aber sowohl das Gesamtvolumen der Beiträge, als auch der Kreis der Spendenziele reduziert.

"Die Wohltätigkeit ist ein wichtiger Teil der Ausgaben für alle Menschen mit großem Kapital und in allen Regionen, aber in Nordamerika hat sie die größte Bedeutung. 60 Prozent der Millionäre aus Nordamerika erklärten, dass die Krise die Wohltätigkeit im Jahre 2009 verringern lässt. Unter anderem ist Japan das einzige Land, wo die Erhöhung der Wohltätigkeitsausgaben vorgesehen ist. 54 Prozent der Befragten beabsichtigen diesen Ausgabeposten 2009 zu vergrößern", heißt es im Bericht.

Die Zeitschrift Forbes zählte früher, die Anzahl der Dollar-Milliardäre ging 2008 um über 300 Menschen zurück. An der Spitze des restlichen Reichen-Rankings stand wieder Bill Gates.

Im Jahre 2008 ist zum ersten Mal seit den letzten 5 Jahren die Anzahl der Milliardäre weltweit und insbesondere in Russland zurückgegangen. Es bleiben nur 793 Milliardäre auf der Welt. Die Anzahl der Russen ist auch bedeutend gefallen, die Spitzenstellung gehört Michail Prochorow. Oleg Deripaska ist vom Platz 9 auf Platz 164 niedergefallen.

24.06.2009 newsru.com
Übersetzung aus dem Russischen von NBS

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