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Russischer Markt der Biotechnologien 03.2011

Aktueller Zustand der Biotechnologien in der Russischen Föderation wird einerseits durch den Rückstand des Produktionsvolumens im Vergleich zum Niveau und dem Wachstumstempo der Länder, die als technologische Führer in diesem Gebiet gelten, andererseits – durch steigende Verbrauchernachfrage nach biotechnologischen Erzeugnissen gekennzeichnet.

Russischer Markt der Biotechnologien 03.2011

Als Ergebnis ist die hohe Importabhängigkeit der wichtigsten traditionellen biotechnologischen Produkte – der Arzneimittel und der Futterzusätze, und das Fehlen der eigenen biotechnologischen Innovationsprodukte auf dem russischen Markt zu beklagen. Unternehmensberater Vladimir Nechaev (NBS) berät zum russischen Markt der Biotechnologien, schwerpunktmäßig in Fragen Zustand und Perspektiven der Arzneimittelforschung in Russland.

„Rote“ Biotechnologien – Arzneimittel

Russischer Markt der Erzeugnisse der „roten Biotechnologien“ ist am meisten aufnahmefähig im Geldausdruck. Der Expertenschätzung nach, beträgt sein Umfang eine Summe von 60 bis 90 Mrd. Rubel pro Jahr, wobei die Nachfrage wird hauptsächlich durch den Import befriedigt wird. Nach Angaben des Handelsministeriums der Russischen Föderation, werden in Russland nur 5% von biotechnologischen Substanzen erzeugt, die bei der Produktion der fertigen Arzneimittelformen verwendet werden.

In Anbetracht des gesamten Zurückbleibens der Branchentechnologien und der hohen Investitionsintensität der Forschung und Entwicklung im Gebiet der „roten“ Biotechnologien, entwickelt sich der Sektor in Russland in die Richtung der Bildung neuer High-Tech-Produktion biotechnologischer Generiker für Importersatz der Arzneimittel.

Zurzeit realisiert man in Russland folgende große Projekte im biopharmazeutischen Bereich:

1. ZAO “Generium” (Vladimir Gebiet) – Bauprojekt des biotechnologischen wissenschaftlichen Produktionszentrums für Produktion der Arzneimittel gegen Bluterkrankungen. Investitionsvolumen – 2 Mrd. Rubel (bereits getätigte Investitionen: 600 Mrd. Rubel). Nach der Erreichung der Projektkapazitätsleistung wird geplant, jährlich bis zu 10 neue Biotechnologiepräparate zu entwickeln und in den Markt zu bringen. Erwartungsproduktionsumfang – 2,7 Mrd. Rubel in 2010, 7.6 Mrd. Rubel – in 2013.

2. Das Zentrum für Neuentwicklung der innovativen und importersetzenden Arzneimittel  „ChemRAR“ (Moskauer Gebiet) – ein Geschäftsinkubator für Innovationsunternehmen, die sich mit der Neuentwicklung der Arzneimittel gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, onkologischen und Infektionskrankheiten sowie Endokrin- und Zentralnervensystemkrankheiten, und mit der Markteinführung dieser Arzneimittel beschäftigen. Investitionsvolumen – 4.3 Mrd. Rubel (verwertet sind derzeit 400 Mrd. Rubel). Es wird geplant, die Mittel von Staatsinstituten für Entwicklung des Innovationsgeschäfts (GK „Rosnanotech“) heranzuziehen. Erwartungseffekt von der Arbeit des Zentrums – Fertigstellung von 5-10 Innovationsmittel und Entwicklung von 20 importersetzenden Generiker und Aufbau ihrer industriellen Versuchsproduktion.

3. ZAO “Biokad” (Moskauer Gebiet) – wissenschaftliches Produktionsunternehmen, das die Forschung nach innovativen und Generiker-Biopräparaten für Therapie der urologischen, gynäkologischen, onkologischen und Nervenkrankheiten betreibt.

4. Unternehmensgruppe “Bioprozess” (Moskau) – wissenschaftliches Produktionsunternehmen, beschäftigt sich mit der Produktion der biotechnologischen Substanzen und fertigen Arzneimittelformen. Zurzeit ist das Unternehmen sowohl mit der Produktion der Generiker, als auch mit der Forschung nach innovativen Präparaten beschäftigt.

Laut dem Projekt der Entwicklungsstrategie Pharmaindustrie bis 2020, wird es in Russland für das nächste Jahrzehnt geplant, bis zu 10 Produktionsstätte für die Produktion der hochtechnologischer Biogeneriker aufzubauen. Gesamtes Investitionswert dafür beträgt 10.8 Mrd. Rubel.

Also, abgesehen von der aktuellen schwachen Entwicklung, haben die „roten“ Biotechnologien in Russland das Wachstumspotential – sowohl dank dem Start der Biogeneriker-Produktion für Importersatz, als auch dank der Realisation des eigenen wissenschaftlichen Potentials in diesem Gebiet. Viel mehr kann man durch das gründliche Studieren des Marktes erfahren. Greifen Sie auf die Referenzen und mehrjährige Erfahrung von NBS in diesem Gebiet zurück.

„Weiße“ Biotechnologien

Die Erzeugnisse der “weißen“ Biotechnologie kann man in drei Segmente einteilen: biochemische Erzeugnisse, Biokraftstoffe und Erzeugnisse der Lebensmittelbiotechnologie.

Biotechnologien im Bereich Chemie und Erdölchemie sind in der Welt noch nicht weit verbreitet. Zum Beispiel, der Anteil der wichtigsten Chemieprodukte – der Polymere, die mittels der Biotechnologien produziert werden, macht momentan nicht mehr als  0.1% des gesamten Umfangs der Polymer-Produktion im Naturalausdruck weltweit aus. Westliche und asiatische Länder führen jedoch aktiv wissenschaftliche Untersuchungen in diesem Bereich durch, konstruieren Versuchsanlagen, an denen die Biotechnologien angewandt werden. In Russland fehlen zurzeit reale Beispiele des Gebrauchs der Biotechnologien bei der Produktion im Bereich Chemieindustrie. Dabei erlaubt aber die russische wissenschaftliche Basis in einigen vielversprechenden Teilgebieten der Chemie (zum Beispiel, Herstellung von biologisch abbaubaren Polymeren) großtonnagige Produktion von nötigen Stoffen in Gang zu bringen, wenn sie im entsprechenden Maße finanziert wird.

Ein vielversprechendes Teilgebiet ist auch die hydrolytische Industrie. In der UdSSR wurde der Inlandsbedarf an vielen chemischen Ausgangsstoffen (Furfural, Lävulinsäure u.a.), die bei der Herstellung der Produkte mit großem Mehrwert verwendet werden, durch einheimische Produktion gedeckt. Momentan besteht eine günstige Weltkonjunktur für den Wiederaufbau der hydrolytischen Industrie in Russland schon unter Anwendung von den modernen Biotechnologien.

Die Herstellung von Biokraftstoffen, die weltweit dank der Politik vieler Länder zur Sicherung der Unabhängigkeit von auswärtigen Energieträgerlieferungen und der Politik der ökologischen Verantwortung sehr schnell wächst, wird in Russland im industriellen Umfang nicht realisiert. Es gibt derzeit jedoch ein Projekt der Verarbeitung der Biomasse zur großtonnagigen Produktion von Biokraftstoffen. Offene Aktiengesellschaft „Korporatsiya Biotechnologii“, die von der Staatskorporation „Rostechnologii“ gegründet ist, plant, dieses Projekt in der Oblast Tjumen umzusetzen. Dieses Business ist jedoch ohne staatliche Unterstützungsmaßnahmen bei den aktuellen Fertigungstechnologien und den Preisen für traditionelle Brennstoffe unrentabel.

Zugleich, nach Angaben der Internationalen Energetik-Agentur verdoppeln sich alle 2 Jahre die Investitionen in die Forschung und das Geschäft in dem Bereich der erneubaren Energien, unter anderem in der Bioenergetik. Die Freistellung der maßgeblichen Ressourcen für die Forschung im Produktionsbereich Biobrennstoffs der zweiten Generation, der aus dem für Nahrung ungeeigneten Rohstoff erzeugt wird, lässt die schnellere Auswechselung der Technologien erwarten. Diese Auswechselung gibt einen Impuls für die Selbstentwicklung der Bioenergetik. Deswegen besteht ein Risiko, dass Russland die weltweite Wechselwelle der Technologien in der Biobrennstoff-Produktion versäumen kann, wenn das Land keine eigenen Entwicklungsarbeiten (R&D) macht. Diese Welle kann zudem den Abbau die Weltnachfrage nach dem Erdöl und Erdölerzeugnissen – den traditionellen Exportwaren der russischen Wirtschaft bewirken.

Die meiste Produktion der Nahrungsbiotechnologie gehört der Klasse der Lebensmittelzusatzstoffe hinzu. Das sind die in der Nahrungsproduktion verwendbare technologische Hilfsmitteln die die Lebensmittel bereichern. Die Produktion der Nahrungsbiotechnologie enthält in sich auch die bioaktiven Zusätze (ferner BAZ), die so genannten Nährungsergänzungsmitteln. Einer der wesentlichen Richtungen der Entwicklung der Nahrungsbiotechnologien ist die Herstellung der Fermente.

Fermente werden fast in allen Bereichen der Nahrungsindustrie verwendet: zum Beispiel  Fleisch-, Bäcker-, Brot-, Butter-, Sauermilch-, Bier-, Alkohol- und Stärke-Industrie. Diese Fermente kann man nur mit biotechnologischen Methoden bekommen. Das Herstellungsvolumen der Fermente beträgt heute in Russland etwa 15% vom Produktionswert des Jahres 1990.

Der Anteil der russischen Hersteller auf dem Fermente-Markt übersteigt keine 20%. Dabei bleibt der Innenmarkt ungesättigt. Der Bedarf nach Fermenten in der russischen Nahrungsindustrie ist wesentlich höher als das Angebot. Die russischen Fermente kommen meist in der Tierfutterproduktion zur Anwendung. Die Hersteller der Nahrungsindustrie bevorzugen die Importproduktion. Die größten russischen Betriebe der Fermente-Industrie sind: OAO Vostok (Oblast Kirovsk), OOO Sibbiofarm (Oblast Novosibirsk), OAO Moskovskiy Zavod Sytchuschnogo fermenta (Moskau). Für viele Betriebe in diesem Bereich ist ein hoher Verschleiß der eingesetzten Technik und die Anwendung den überalterten Technologien kennzeichnend.

Die Positionen der russischen Herstellung auf dem Markt der biologisch aktiven Zusätze (BAZ) sind trotzdem stark genug. Heute sind in Russland etwa 8000 Bezeichnungen registriert. Nicht weniger als 60% von denen sind die einheimischen Präparate. Den Angaben vom Farmexport zufolge, sind in Russland etwa 900 Gesellschaften mit der Herstellung der BAZ beschäftigt. Die größten Hersteller in diesem Bereich sind ZAO Evalar (Region Altaj), OAO Diod (Moskau), OOO Fora-Farm (Moskau). Aber der Hauptteil der Hersteller arbeitet im Niedrigpreissegment. Die einheimische Produktion macht somit nicht mehr als 30% des Markts im Wertausdruck aus.

„Grüne“ Biotechnologien

Die Zucht der genetisch veränderten Kulturen (GV-Kulturen) ist in Russland gesetzlich nicht verboten. Gleichzeitig, laut dem Artikel 50 des Föderationsgesetzes №7-FZ vom 10.01.2002 „Naturschutzgesetz“ sind die Produktion, die Zucht und der Gebrauch der Pflanzen, Tiere und anderer Lebewesen, die künstlich erschaffen wurden, ohne den zustimmenden Bescheid der staatlichen ökologischen Expertise verboten. Dem Gesetz untergeordnete Verordnungen, die die Fragen der Durchführung der staatlichen ökologischen Expertise der GV-Kulturen regulieren, sind derzeit nicht erlassen, deswegen wird die Expertise praktisch nicht durchgeführt. Zurzeit werden die GV-Kulturen in Russland im Industriemaßstab nicht angebaut.

Dabei ist russische Gesetzgebung im Produktions- und Absatzbereich der Lebensmittel, die GV-Lebewesen enthalten, dem europäischen Standard nah: die Lebensmittel aus GV-Lebewesen, die medizinisch-biologische Analyse durchlaufen haben und die sich von ihren traditionellen Analogen mit den untergesuchten Eigenschaften nicht unterscheiden, gelten als  unschädlich für einen Menschen sowie sind für den Absatz und für die Verwendung in der Lebensmittelindustrie ohne Beschränkungen erlaubt. Zurzeit sind in Russland 15 Reihen (Linien) der GV-Kulturen nach Abschluss aller notwendigen Untersuchungen für die Verwendung in der Ernährung zugelassen: 8 Linien des Maises, 3 Linien der Soja, 2 Sorten der Kartoffeln, 1 Linie der Zuckerrübe, 1 Linie des Reises.

Als Ergebnis bildet entstandene Praxis der Regulierung der Zucht und der Verarbeitung der GV-Kulturen wettbewerbsfremde Präferenzen für den Import der Agrarerzeugnisse und bremst die Entwicklung der inländischen „grünen“ Biotechnologien und der Landwirtschaft in Russland ab.

Derzeit ist ein einziges Projekt bekannt gegeben worden, welches die Schaffung der transgenen Wälder inne hat: russisch-schwedisches Unternehmen OOO „Baikal-Nordik“ in Republik Burjatija entwirft ein Projekt im Wert von 1,5 Mrd. Rubel „Vollzyklus-Holzbearbeitung und der Infrastrukturaufbau für ein Holzverarbeitungswerk“. Das Projekt schließt die Entwicklung einer Baumschule mit GV-Zuchtarten mit ein.

„Graue“ Biotechnologien

Die Verwendung der Bio-Zerstörer gegen die Verschmutzung der Erde und des Wassers läuft in Russland meistens auf die Beseitigung des havariebedingten Überlaufs des Öls und der Ölprodukte hinaus. Für die Bioremediation verschmutzter Gewässer und der Erde werden einige Präparate verwendet, die in Russland und in den ehemaligen Republiken UdSSR entwickelt wurden.

Besonders bekannt sind in Russland Putidoil, Oleovorin, Naftox, Uni-rem, Roder, Zentrin, Psevdomin, Destroil, Mikromizet, Lider, Valentis, Devoroil, Rodobel, Rodobel-T, Ekonadin, Desna, Bakterienkonsortium und Simbinal. Im Großen und Ganzen unterscheiden sich die Präparate von einander durch die für ihre Herstellung genutzten Stämme der KW-Stoffoxydierenden Bakterien.

Noch in neunziger Jahren wurde öffentliche Verwendung einiger Bio-Zerstörer erlaubt. Bestimmte Präparate (zum Beispiel, Devoroil, Putidoil, Oleovorin) wurden von vielen großen russischen Erdölgasunternehmen (zum Beispiel Gasprom, Transneft) in deren Vorschriften für Havariebeseitigung genehmigt.

Man kann also sagen, dass es in Russland die wissenschaftlichen Entwicklungen im Bereich der Bioremediation der Ölverschmutzung existieren, die wissenschaftliche Basis für Schaffung der Stamm-Bio-Zerstörer für Behandlung der Abfallstoffe der Chemie- und Erdölchemieindustrie ist jedoch zu schwach entwickelt. Es fehlt an Produktionstechnologien der Verwendung der Bio-Zerstörer für die Biodegradation der toxischen Stoffe, welche in den Landschaften und in den Orten der Anthropogenverschmutzung enthalten sind.

27.05.2011 Quelle: Arbeitsmaterialien für die Entwicklungsstrategie der biotechnologischen Industrie bis 2020. Pharma 2020.

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