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Russland: Preise für die Lebensmittel haben ihre eigene Inflation

Nach Angaben des russischen föderalen Dienstes der Staatlichen Statistik war die Inflation in Russland in der Woche vom 21. bis zum 27. Juni auf dem Nullniveau, dabei war es so zum zweiten Mal im Juni. Seit Anfang Juni hat der Aufstieg der Verbraucherpreise 0,2 % ausgemacht und seit Anfang des Jahres - 5,0 %, was den offiziellen Prognosen insgesamt entspricht. Im Übrigen können die gewöhnlichen Bürger kaum die offiziellen optimistischen Kennziffern einschätzen, weil die Preise für die sozial bedeutsamen Lebensmittel viel schneller wachsen.

Russland: Preise für die Lebensmittel haben ihre eigene Inflation

Am 24. Juni wurden die jährlichen Ergebnisse des Preis-Monitorings für die sozial bedeutsamen Lebensmittel in der Öffentlichen Kammer zusammengefasst. Gerade diese Kennziffer ist die bedeutendste für den durchschnittlichen Russen, weil die Ausgaben fürs Essen eine der größten Ausgabenposten des Familienbudgets der Russen sind.

Die Ergebnisse der durchgeführten Studie zeugen davon, dass das Wachstumstempo der Lebensmittelinflation (die Inflation abzüglich der Preise für die Dienstleistungen und für  Industriewaren) ist in Russland viel höher, als das Tempo der statistisch durchschnittlichen Inflation. So laut Angaben der Öffentlichen Kammer sind die Preise für die sozial bedeutsamen Lebensmittel  während des Jahres um ein Drittel gewachsen. In Punkto Kosten des Verbraucherwarenkorbs von sozial bedeutsamer Lebensmittel hat Russland die meisten westlichen Länder eingeholt, wobei das Einkommensniveau der Bevölkerung dabei niedrig im Vergleich mit denselben Ländern bleibt.

Russland: Preise für die Lebensmittel haben ihre eigene Inflation

Die offizielle Arbeitsgruppe für Agrar-Industrie und den Lebensmittelmärkte maß im Laufe des Jahres die Preise für solche Lebensmittel, wie Brot, Zucker, Eier, Milch, Quark, Öl, Rindfleisch, Schweinefleisch, Hühnerfleisch, Pollack, Kartoffeln und den sogenannten Borschtsch-Satz in den Hauptstädten der Föderationskreise. In verschiedenen Regionen hat der Preisanstieg eine Größe von 20 bis zu 39 % ausgemacht. Dabei sind die Preise für die oben genannten Lebensmittel um 13% höher, als in den USA, China, Portugal und Spanien.

Einer der wesentlichen Faktoren der hohen Lebensmittelinflation ist das niedrige Niveau der Konkurrenz auf den regionalen Märkten, so Michail Popow, Leiter der Arbeitsgruppe, die die Studie durchführte. Obwohl die heimische Landwirtschaft ziemlich optimistische Ergebnisse in den letzten Jahren zeigt, ist es insgesamt klar, dass die Produktion in den nächsten Jahren ohne staatliche Unterstützung wesentliche Probleme erleben wird. Besonders aktuell ist es in der Perspektive des Eintritts Russlands in die Welthandelsorganisation. Das Ergebnis wird die Verringerung der möglichen Formen der staatlichen Unterstützung sein.

Der Direktor des analytischen Departements "Arbat  Kapital" Sergej Fundobnyj glaubt, dass die Inflationssituation in der zweiten Jahreshälfte von einer Reihe Faktoren abhängig sein wird. „Wenn es keine Dürre geben wird, wie im vorigen Jahr, so wird man wahrscheinlich  in August-September sogar irgendwelche Deflationsprozesse beobachten. Es betrifft die Preise für die Saisonproduktion - das Gemüse und Obst. Vielleicht hat aber ein starker Preisanstieg in ähnlicher Periode des vorigen Jahres den Mechanismus der Inflation gestartet und sie ist spiralartig in Schwung gekommen. Danach ist es schwer, diesen Prozess anzuhalten, und nach den Ergebnissen des Jahres können wir die Inflation in Rahmen von 9-10 % erwarten“.

30.06.2010 bfm.ru
Übersetzung aus dem Russischen von NBS

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