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Fastenzeit in Russland bedeutet keine Verluste für den Einzelhandel

Mit dem Anfang des Großen Fastens sinkt der Verkauf der Fleisch- und Milchwaren auf 5-10% ab, das verkündet die Statistik der Einzelhändler. Die Fleischproduktion verringert sich auf 7%. Die Nachfrage nach Alkohol bleibt gleich.

Fastenzeit in Russland bedeutet keine Verluste für den Einzelhandel - eine analytische Notiz

In diesem Jahr halten 21% der Russen das Große Fasten, so sind die Ergebnisse der Umfrage des Zentrums des Erlernens der gesellschaftlichen Meinung. Etwa 13% der Befragten haben gesagt, dass sie beabsichtigen, sich teilweise zu mäßigen. Dabei hat die Zahl derjenigen zugenommen, die nicht fasten (von 62% in 2010 auf 75% in diesem Jahr).

Das Forschungszentrum des Portals für Personalbeschaffung Superjob hat eine andere Statistik: am Anfang des Fastens sagten nur 11% der Befragten, dass sie beabsichtigen, zu fasten (unter Frauen beträgt diese Zahl 14%, unter Männern – 7%). 41% der Befragten haben keine Absicht zu fasten, weil sie nicht religiös sind, und 6% - weil sie keine Christen sind. Dabei antworteten 42% der Befragten auf die Frage, ob sie das Fasten halten werden: „je nachdem“.

Analytik zum Einzelhandel in Russland: die Suchergebnisse

 „Während der ersten zwei Wochen bemerkt man eine unbedeutende Senkung der Nachfrage nach den Waren, die als unerwünscht während des Großen Fastens gelten, die Schwankung bewegt sich im Rahmen von 5-10% - sagt die PR-Managerin des Unternehmens Lenta Jana Mogileva. Danach erholt sich die Nachfrage. Das geschieht jedes Jahr, also kann man das vorhersagen.“

„Ähnliche Zahlen vermittelt X5 Retail Group: der Verkauf der Fleisch-, Milchprodukte und des Brotes hat sich mit dem Beginn des Großen Fastens etwa um 10% verringert. Außerdem betont die Vertreterin des Unternehmens Warwara Stojanowa das Wachstum der Nachfrage nach den Fastenprodukten: “Die Verkäufe der fertigen Salate hätten ab dem 7. März auf 33% zugenommen, eine Woche später betrüge das Wachstum schon 40%. Was die Gemüsekonservierung anbetrifft, betrüge das Wachstum der Verkäufe 10% im Discounter „Pjatjorotschka“. Die Verkäufe der Nüsse sind im Vergleich zum Ende des Februars am meisten in Discountern, um 10-11% gestiegen, im Supermarkt betrüge die Steigerung 2-4%, in Einkaufszentren – 8%“

 

Dabei unterscheiden sich die Zahlen voneinander in verschiedenen Regionen: die Veränderungen sind unwesentlich, zum Beispiel, im Wolga-Gebiet, wo 60% der Bevölkerung Moslems sind.

Unternehmensbertung NBS berät seit 2006 zum russichen Markt

Die Vertreter von dem Geschäft Aschan betonen eine bedeutende Steigerung der Nachfrage nach den Fastenlebensmitteln und nur einen unbedeutenden Rückgang des Interesses für Fleisch und Milch: „Am ehesten ist es damit bedingt, dass Aschan ein Familiengeschäft ist. Häufig fasten nicht alle Familienmitglieder. Also, kauft der Kunde alles wie gewöhnlich ein, aber etwas weniger, dazu kauft er beim Fasten erlaubte Lebensmittel“ – vermutet der Direktor von dem zentralen Einkaufsbüro Aschan Russland Emin Rustamow.

Die Einzelhändler beklagen sich nicht über die Verluste. „Sogar wenn die ganze Familie eines  Kunden fastet, orientiert sich die Anfrage auf eine andere Lebensmittel-Gruppe um: viel mehr als gewöhnlich kauft man Dürrobst, Nüsse, Pilzen, Obst, Gemüse (sowohl frisch als auch tiefgefroren), die die Fastenzeit „erlaubte“ Meeresprodukte. Also es ist die Überspitzung, über die Verluste der Einzelhändler zu sprechen“, sagte Emin Rustamow BFM.ru

Fastenrun

Um die Konsumentenaktivität zu erhalten, veranstalten die Geschäfte Fasten- und Ostern-Promotions, bieten den Kunden Sonderwaren an. „Das Geschäft Aschan“ erweitert während der Fastenzeit die Auswahl der Fastenlebensmittel und bezeichnet sie mit einer Sondermarkierung: zum Beispiel, im Sortiment von „Aschan Sokolniki“ sind die fastenkonforme Crêpes, Backwaren und sogar Torten erschienen», - sagt Rustamow.

Ein Vertreter von „Lenta“ berichtet, ab dem 11. bis zum 17. März sei in allen Lenta-Filialen  die Promotion „Das große Fasten“ stattgefunden, die Preise einiger Waren, die man während des Fastens zum Essen erlaubt sind, wurden herabgesetzt. Ab dem 15. bis zum 27. März sei die Promotion „Vitaminisierung“ stattgefunden, während der Obst und Gemüse spezielle Preise hatten. „Im Vorfeld vom Fasten veranstalten wir auch zusätzliche Promo-Aktionen, da wir merken, dass die Waren zum Fest von unseren Kunden gefragt werden“, - berichtet der Vertreter von Lenta.

Der Wunsch der Einzelhändler nach Anlockung der Kunden zu dem „richtigen“ Fastenessen ist manchmal zu belachen. Also in einem Geschäft bringt man die Markierung „Fastenware“ sogar auf Dill und Petersilie an.

Was die Hersteller des „verbotenen“ Essens angeht, bemerken sie keine besondere Absenkung der Produktion mit dem Anfang des Fastens: „Der Verbrauch des Fleisches schwankt, aber diese Schwankung ist in den Grenzen von 3-7 Prozent, - berichtete der Präsident vom Fleischverbund Russlands Muscheg Mamikonjan der BFM.ru, nicht alle Menschen bevorzugen das Fastenmenü, deswegen ist es eine kaum empfindliche Veränderung für das Unternehmen und sie ist stabil für die letzten 7-10 Jahre. Sie werden von Betrieben eingeplant“.

Die Nachfrage nach Milch bremst die Preise

In diesem Jahr kaufen die Russen wirklich weniger Milch. Aber die religiösen Gefühle haben hier nichts zu tun. „Wir bemerken die Absenkung der Kundennachfrage, aber das Fasten ist in diesem Fall kein bestimmender Faktor. Vorhanden ist die gesamte Tendenz der Absenkung der Kundennachfrage, die im Zusammenhang mit der Anhebung der Preise auf den Rohrstoff Milch und als Folge – die Verteuerung der Fertigwaren, erschienen ist“, berichtete der Pressesprecher des Unternehmens „Junimilk“ Evgenija Lampadowa.

Ihren Worten nach, begann die Nachfrage schon in September 2010 zu fallen. „Als Beispiel blicke ich auf die Situation während der Fastenzeit im vorigen Jahr zurück: wir merkten die Rekord-Verkaufssteigerung im Vergleich zu der ähnlichen Periode 2009 – um 15 Prozent“, berichtet Eugenia Lampadova.

Das Bier wird gefragt

die Nachfrage nach Alkohol ändert sich auch nicht. „Wir beobachten keine Veränderungen in den Verkäufen, die man mit dem Fasten verbinden könnte“ – wurde dem Journalist von BFM.ru in der Brauerei Baltika erzählt. „Wie wir die Sache bewerten, so hat Das Große Fasten weder auf die Verkäufe des Bieres, noch auf die Bier-Produktion den Einfluss genommen. Wir registrieren nur die traditionelle Saisonvergrößerung des Bierkonsums im Klubsegment, der Bars und der Restaurants“, – sagt der PR-manager der Vasileostrovskaya pivovarnya.

Deka-Gesellschaft konnte im Vergleich zu vorjährigen Daten einen bedeutenden Produktionszuwachs fest stellen: in März 2010 haben die Produktionsvolumen im Vergleich zum Februar  53% ausgemacht, obwohl es im April eine Senkung um 4% gegenüber dem März gegeben hat.

Dem Essen – nein, dem Sex – ja

Das Interesse der Russen zum Fastenessen verschwandt dabei nicht: so nach den Daten der Suchmaschine Yandex, lagen die täglichen Anfragen „Fastenspeisen“ und „Fastenprodukte“ im März durchschnittlich um das Achtfache über den Februar-Werten. Das Interesse zu Fastenspeisen begann Anfang März zu wachsen, und am meisten suchte man diese Information am 9. März (20 Mal häufiger, als am durchschnittlichen Tag in Februar)“, so Yandex.

Das Interesse für Das Große Fasten stört nicht, die Fastenregeln zu brechen

Wie die Umfrage VZIOM zeigt, die Entbehren von den „verbotenen“ Produkten – das ist das Erste, woran sich die Russen bei dem Gedanken an das Fasten erinnern. Nach Meinung 74% der befragten Bürger, bedeutet das Fasten, vor allem, den Verzicht auf Fleischspeisen. An die Notwendigkeit, sich auf die fette Nahrung und den Alkohol zu verzichten, haben sich 57% der Befragten, und auf Verzicht auf die ungehörige Lexik und die schlechten Gedanken nur 45 % der Befragten erinnert.

Weniger Leute meinen, dass man sich auch auf die andere Vergnügen verzichten muss: Vergnügen und der Unterhaltungen (34 %), Rauchen (31 %) und Sex (26 %).

49% der Russen haben Probleme mit der Bestimmung des Sinnes der Fastenzeit (einschließlich 44% Orthodoxe), so zeugen die Umfragen. Auf die Notwendigkeit der Beachtung der konfessionellen Bräuche weist ein noch kleiner Teil der Befragten hin.
An das tägliche Gebet haben sich 30% der Befragten, und an Kommunion nur 25% erinnert. „25% der Russen meinen auch, dass die Beachtung des Fastenregeln mit der Färbung der Eier zu Ostern, 21% — mit der Abgabe des Almosens verbunden ist“ – stellen die Soziologen fest.

03.2011 bfm.ru
Übersetzung aus dem Russischen von NBS

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